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Vor Ort für die Oststadt auf dem 2. German Future Earth Summit in Berlin

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Am 28. und 29. Januar fand in Berlin der 2. German Future Earth Summit statt – und wir von Quartier Zukunft waren dabei. Via Twitter haben wir „live“ unsere ersten Eindrücke geteilt; jetzt wollen wir ein wenig detaillierter über die Nachhaltigkeits-Konferenz berichten und OststäderInnen und ProjektfreundInnen in Sachen „Future Earth“ auf dem Laufenden halten.

 

Nachhaltigkeit ist kein isolierter, wissenschaftlicher Fachbereich, sondern geht alle etwas an. Darum setzt auch die internationale Forschungsgemeinde – genau wie Quartier Zukunft in der Oststadt – mehr und mehr auf Zusammenarbeit: Zwischen den einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen, zwischen Politik und Wissenschaft, zwischen WissenschaftlerInnen und BürgerInnen. Es werden Wege der Verständigung gesucht, um eine komplexe Aufgabenstellung, die uns in allen lebensweltlichen Bereichen facettenreich begegnet, gemeinsam zu lösen.

Das Forschungsprogramm „Future Earth“

Genau hier setzt das internationale Forschungsprogramm „Future Earth“ an: Es will WissenschaftlerInnen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen zusammenbringen, neue Konzepte und Methoden finden, internationale Plattform für Nachhaltigkeitswissen sein und dabei helfen, die Lücke zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis zu schließen. Auf dem 2. German Future Earth Summit hatte die internationale Forschungs-Community die Gelegenheit, sich auszutauschen.

Wissenschaft als Designerin und Produzentin von Nachhaltigkeit

Schwerpunkt war neben der Entwicklung fächerübergreifender Forschungsmethoden auch die neue Rolle der Wissenschaft als Produzentin von Nachhaltigkeit. Future Earth-WissenschaftlerInnen forschen demnach nicht nur von „außen“, sondern sind direkt beteiligt am „Design“ und der „Produktion“ von Nachhaltigkeit, die sie miterfinden und mitdenken, ohne dabei den wissenschaftlichen Blick aufzugeben.

Nachhaltigkeit ist immer politisch

Diese Herangehensweise führt die Wissenschaft natürlich auch in ein gesellschaftliches Spannungsfeld. Der Wissenschafts- und Umweltforscher Andy Stirling von der Universität Sussex betonte in der Eröffnungsveranstaltung: „Nachhaltigkeit ist und war immer politisch.“ Das merke man deutlich am starken Widerstand vieler politischer Akteure und Interessensverbände, wenn es um nachhaltige Entwicklung gehe – beim Thema Nachhaltigkeit würden eben nicht zuletzt grundlegende gesellschaftspolitische Fragen aufgeworfen. Von technokratischen Verkürzungen hält er nichts: Nachhaltigkeit meine nicht bloß „smarte“, technische Fortschritte, die die politische Dimension außer Acht lassen, sondern kreise um grundsätzliche Fragen, die die Gesellschaft  gemeinsam und demokratisch angehen und lösen müsse.

Kein Königsweg in Richtung Nachhaltigkeit

Andy Stirling fand, man müsse sich von der Vorstellung verabschieden, es gebe einen einzigen Weg hin zu nachhaltiger Entwicklung, wie es aktuelle Machtstrukturen gerne glauben machten. Seine Ausführungen waren ein „Lob der Vielfalt von Alternativen” und eine Ermutigung: Die Wissenschaft solle sich auch für nicht-wissenschaftliche, soziale Pionier-Ideen öffnen. So könne man mit Blick auf die Vergangenheit deutlich erkennen, dass viele etablierte Nachhaltigkeitsinnovationen – etwa der ökologische Landbau, die Windenergie oder energieeffizientes Bauen – einst heftig bekämpfte Randerscheinungen waren.

Wissenschaft und BürgerInnen: Wie den anderen verstehen?

Die Future-Earth-Forschungscommunity weiß: Das Gelingen von Verständigung zwischen Wissenschaft und BürgerInnen ist entscheidend, will man sich als Gesellschaft gemeinsam in Richtung Nachhaltigkeit bewegen. Ein Umstand, der die Wissenschaft vor ganz neue Herausforderungen stellt, die ebenfalls Thema waren auf der Berliner Konferenz: Wie gestalten wir den Austausch mit den BürgerInnen, wie machen wir uns verständlich? Wie dekodieren wir wissenschaftliche Sprache und machen unsere Forschungsergebnisse brauchbar für NichtwissenschaftlerInnen? Wie werben wir für unsere Ideen, wie erzählen wir nachhaltige Entwicklung? Es gab viele Praxisbeispiele und noch mehr Fragen – auch an Katja Saar, unsere Grafikdesignerin und Expertin für visuelle Kommunikation im Quartier-Zukunft-Team.

Oststadt-Ideen in Berlin

Vor großen Postern erzählten unsere Teammitglieder Colette Waitz und Andreas Seebacher über Quartier Zukunft, unser Verständnis von Nachhaltigkeit und die Oststadt. Es wurde diskutiert, man fragte nach und tauschte sich wissenschaftlich aus. Kaidi Tamm vom Team der Karlsruher Schule der Nachhaltigkeit lenkte den Blick der ForscherInnen auf das Thema Bildung im Grenzbereich von Wissenschaft und Gesellschaft. Und in der „Fotobox der Nachhaltigkeit” luden wir die BesucherInnen dazu ein, über die eigene Rolle als WissenschaftlerInnen in Nachhaltigkeitsprozessen nachzudenken und die persönliche Sicht auf Nachhaltigkeit zu skizzieren, zu fotografieren und online zu teilen.

Eine gute Erfahrung

Die Konferenz war für uns Gelegenheit, sich mit dem Future-Earth-Netzwerk vertraut zu machen und die eigene Arbeit gemeinsam mit anderen NachhaltigkeitsforscherInnen weiterzudenken und zu reflektieren. Wir haben Sicht- und Herangehensweisen anderer ExpertInnen für nachhaltige Stadtentwicklung kennengerlernt und als Oststadt-BotschafterInnen Quartier-Zukunft-Ideen nach Berlin gebracht. Eine gute Erfahrung.

 

Mehr Infos zum 2. German Future Earth Summit

 

Mehr Infos zum Forschungsprogramm „Future Earth

 

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